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Arbeitnehmer-Sparzulage: Statt Anlage VL nur noch elektronische Meldung

Um für vermögenswirksame Leistungen die Arbeitnehmer-Sparzulage im Rahmen der Steuererklärung beantragen zu können, stellt das Anlageinstitut, z.B. die Bausparkasse, dem Anleger jährlich eine Bescheinigung aus. Diese Bescheinigung (Anlage VL) war früher der Steuererklärung beizufügen. Doch im Hauptformular zur Steuererklärung 2021 ist nun folgende neue Abfrage in Zeile 42 zur Beantragung der Arbeitnehmer-Sparzulage eingefügt: "Für alle vom Anbieter übermittelten elektronischen Vermögensbildungsbescheinigungen wird die Festsetzung der Arbeitnehmer-Sparzulage beantragt." Was bedeutet das?

  • Bereits mit dem "Amtshilferichtlinie-Umsetzungsgesetz" vom 26.6.2013 wurde gesetzlich bestimmt, dass die Arbeitnehmer-Sparzulage nicht mehr mittels der "Anlage VL" in Papierform beantragt werden soll, sondern dass dafür eine elektronische Vermögensbildungsbescheinigung eingeführt wird (§ 13 Abs. 1 des 5. VermBG). Wann die Neuregelung erstmals greifen soll, sollte das Bundesfinanzministerium gesondert mitteilen (§ 17 Abs. 14 des 5. VermBG).
  • Im Dezember 2016 hat das Bundesfinanzministerium bekannt gegeben, dass das Verfahren der elektronischen Vermögensbildungsbescheinigung erstmals anzuwenden ist für vermögenswirksame Leistungen, die ab dem 1.1.2017 angelegt werden. Deshalb seien die Daten bis zum 28.2.2018 elektronisch an die Finanzverwaltung zu übermitteln. Gleichzeitig wurde darauf hingewiesen, dass die "Anlage VL" in Papierform künftig nicht mehr ausgestellt wird (BMF-Schreiben vom 16.12.2016, BStBl. 2016 I S. 1435).
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Die bisherige Bescheinigung der vermögenswirksamen Leistungen in Papierform (Anlage VL) wird erstmals für das Jahr 2017 durch eine elektronische Vermögensbildungsbescheinigung durch den Anbieter direkt an die Finanzverwaltung ersetzt. Die Finanzverwaltung erstellt kein Muster mehr für die Anlage VL, und die Anbieter versenden keine Papierbescheinigungen mehr.

Erforderlich ist nur noch Ihre Einwilligung in die Datenübermittlung. Die Festsetzung der Arbeitnehmer-Sparzulage beantragen Sie nun mit dem Eintrag einer "1" in die Zeile 42 des Steuerhauptformulars.

Arbeitnehmer-Sparzulage: Statt Anlage VL nur noch elektronische Meldung



Was sind vermögenswirksame Leistungen und wer kann sie erhalten?

Einen Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen (vwL) vom Arbeitgeber hat fast jeder Arbeitnehmer und Auszubildende (auch Richter, Beamte, Soldaten). Der Anspruch auf vwL ist im jeweiligen Tarifvertrag geregelt, manche Chefs zahlen sie auch freiwillig. Wie hoch die vwL ausfallen, ist von Branche zu Branche unterschiedlich. Los geht es bei rund sechs Euro bis maximal 40 Euro monatlich. Teilzeitkräfte bekommen die vwL meist nur anteilig, Rentner und Selbständige haben gar keinen Anspruch.

Um vermögenswirksame Leistungen zu bekommen, muss der Arbeitnehmer einen vwL-fähigen Sparvertrag abschließen und seinem Arbeitgeber eine Kopie davon vorlegen. Der Chef überweist dann die monatlichen vwL-Raten direkt in den Sparvertrag. Es gibt verschiedene Anlagemöglichkeiten, in die ein Arbeitnehmer seine vermögenswirksamen Leistungen investieren kann: Er kann das Geld in einen Banksparplan, einen Bausparvertrag, seine betriebliche Altersvorsorge, einen Investmentfonds-Sparplan oder eine Lebensversicherung einzahlen. Und auch zur Tilgung eines Baukredits können vwL genutzt werden.

Von diesen Möglichkeiten sind zwei besonders attraktiv, weil sie vom Staat mit einer zusätzlichen Förderung in Form der Arbeitnehmersparzulage bedacht werden. Bei Investmentfonds und Bausparverträgen ist die Arbeitnehmersparzulage von unterschiedlichen Einkommensgrenzen abhängig: Beim Beteiligungssparen darf das zu versteuernde Einkommen nicht höher sein als 20.000 Euro (Verheiratete 40.000 Euro), beim Bausparen nicht höher als 17.900 Euro (bei Verheirateten 35.800 Euro). Besserverdiener sind also von dieser Förderung ausgeschlossen.

Tipp

Für einige vwL-Sparverträge gibt es festgelegte Mindestsparbeiträge. Zahlt der Arbeitgeber keine vermögenswirksamen Leistungen oder nur einen geringen Betrag, der unter der Mindestrate liegt, kann der Arbeitnehmer einen Teil seines Gehalts umwandeln lassen, um seine monatlich nötige Sparleistung zu erbringen. Das Aufstocken des Sparbetrages kann sich auch lohnen, wenn man die höchstmögliche staatliche Förderung bekommen möchte.

Was sind vermögenswirksame Leistungen und wer kann sie erhalten?



Wann bekomme ich die Arbeitnehmer-Sparzulage?

Die Arbeitnehmer-Sparzulage zahlt Ihnen der Staat auf vermögenswirksame Leistungen (vwL), die Sie von Ihrem Arbeitgeber erhalten und anlegen. Die Arbeitnehmer-Sparzulage gibt es jedoch nicht bei allen vwL-Anlageformen.

Es gibt verschiedene Anlagemöglichkeiten, in die ein Arbeitnehmer seine vermögenswirksamen Leistungen investieren kann: Er kann das Geld in einen Banksparplan, einen Bausparvertrag, seine betriebliche Altersvorsorge, einen Investmentfonds-Sparplan oder eine Lebensversicherung einzahlen. Und auch zur Tilgung eines Baukredits können vwL genutzt werden.

Von diesen Möglichkeiten sind zwei besonders attraktiv, weil sie vom Staat mit einer zusätzlichen Förderung in Form der Arbeitnehmersparzulage bedacht werden. Bei Investmentfonds und Bausparverträgen ist die Arbeitnehmersparzulage von unterschiedlichen Einkommensgrenzen abhängig: Beim Beteiligungssparen darf das zu versteuernde Einkommen nicht höher sein als 20.000 Euro (Verheiratete 40.000 Euro), beim Bausparen nicht höher als 17.900 Euro (bei Verheirateten 35.800 Euro). Besserverdiener sind also von dieser Förderung ausgeschlossen.

Bei den Bausparverträgen gibt es darüber hinaus noch einen weiteren Vorteil: Eine zusätzliche Wohnungsbauprämie, die man bis zu einer Einkommensgrenze von 35.000 Euro (bis 2020: 25.600 Euro) jährlich erhält (bei Eheleuten das Doppelte). (Ab 2021 betragen die Grenzen 35.000 Euro bzw. 70.000 Euro).

Tipp

So niedrig sind die Einkommensgrenzen nicht wirklich, denn sie beziehen sich nicht auf das Jahres-Bruttoeinkommen, sondern auf das zu versteuernde Einkommen. Steuerpauschbeträge, Sonderausgabenabzug, Werbungskosten und auch Kinderfreibeträge mindern das Einkommen entsprechend.

Wann bekomme ich die Arbeitnehmer-Sparzulage?



Wie hoch ist die Förderung durch Arbeitnehmersparzulagen und staatliche Zulagen?

Anspruch auf die Arbeitnehmersparlage haben Sie, wenn Ihr zu versteuerndes Einkommen eine bestimmte Grenze nicht überschreitet:

  • Beim Beteiligungssparen (z. B. Investmentfonds) liegt die Grenze bei 20.000 Euro (Verheiratete 40.000 Euro).
  • Beim Bausparen liegt die Grenze bei 17.900 Euro (Verheiratete 35.800 Euro).

Bleibt man unter den jeweiligen Einkommensgrenzen, kann der zusätzliche Geldsegen durch die Zulagen vom Staat schon lohnend sein:
Die Arbeitnehmersparzulage beläuft sich beim Beteiligungssparen auf 20 Prozent der jährlichen Sparzahlungen.

Beispiel

Wer den Höchstbetrag von 400 Euro einzahlt, bekommt so jährliche staatliche Zulagen von 80 Euro. Da alle vwL-Sparverträge mindestens sechs Jahre laufen müssen, kommen immerhin 480 Euro zusammen, die der Staat dem Sparer drauflegt.

Beim Bausparen beträgt die Förderung zwar nur neun Prozent - aber hier liegt die geförderte Sparleistung auch höher: Auf maximal 470 Euro Einzahlungen im Jahr erhalten Arbeitnehmer jährlich 43 Euro (gerundet). Das wären dann 258 Euro in sechs Jahren, die der Staat obendrauf legt.

Wohnungsbauprämie
Und noch ein Pluspunkt für Bausparer: Zusätzlich zur Arbeitnehmersparzulage hat jeder Bausparer, dessen zu versteuerndes Einkommen unter 35.000 Euro (Ledige) bzw. 70.000 Euro (Verheiratete) liegt, Anspruch auf die Wohnungsbauprämie (WoP). Ab dem 1.1.2021 wird die Wohnungsbauprämie deutlich verbessert, und zwar auch für bestehende Verträge. Verbessert werden

  • die Prämie von 8,8 Prozent auf 10 Prozent,
  • der Sparhöchstbetrag von 512 Euro / 1 024 Euro auf 700 Euro / 1 400 Euro ,
  • die Einkommensgrenzen (zu versteuerndes Einkommen) von 25 600 Euro / 51 200 Euro auf 35 000 Euro / 70 000 Euro (Ledige / Verheiratete).

Hinweis: Für das Bausparen gibt es drei verschiedene staatliche Förderungen: Überweist der Arbeitgeber vermögenswirksame Leistungen - auch aus eigenem Gehalt - auf einen Bausparvertrag, erhalten Sie dafür die Arbeitnehmer-Sparzulage. Zahlen Sie eigene Beiträge selber auf den Bausparvertrag ein, können Sie die Wohnungsbauprämie bekommen. Und zum dritten können Sie seit 2008 für eigene Beiträge in einen zertifizierten Bausparvertrag wahlweise auch die Riester-Förderung beanspruchen.

Auch zur Tilgung eines Baukredits kann man die vermögenswirksamen Leistungen einsetzen und auch hierbei die Arbeitnehmersparzulage bekommen, solange man unter der Einkommensgrenze liegt. Wenn der Kreditgeber eine zusätzliche Tilgung zulässt, kann man auf diese Weise schneller seine Bauschuld reduzieren. Zur staatlichen Förderung und den vermögenswirksamen Leistungen des Arbeitgebers kommt natürlich noch die Wertentwicklung des jeweiligen Produktes hinzu. Es lohnt sich ein Vergleich unter den günstigsten Anbietern.

Wie hoch ist die Förderung durch Arbeitnehmersparzulagen und staatliche Zulagen?



Was muss ich tun, um die Arbeitnehmersparzulage zu erhalten?

Wer die Arbeitnehmersparzulage bekommen möchte, muss diese jährlich in seiner Steuererklärung beantragen. Die Festsetzung der Arbeitnehmersparzulage erfolgt gemeinsam mit der Einkommensteuer im Steuerbescheid (Lohnsteuerbescheid).

Die frühere Bescheinigung der vermögenswirksamen Leistungen in Papierform (Anlage VL) ist seit 2017 durch eine elektronische Vermögensbildungsbescheinigung durch den Anbieter direkt an die Finanzverwaltung ersetzt worden. Die "Anlage VL" in Papierform wird nicht mehr ausgestellt (BMF-Schreiben vom 16.12.2016).

Der Arbeitnehmer muss der elektronischen Vermögensbildungsbescheinigung zustimmen und seine Steuer-Identifikationsnummer dem Anbieter mitteilen.

Was muss ich tun, um die Arbeitnehmersparzulage zu erhalten?



Wie kann ich vermögenswirksame Leistungen investieren, wenn ich keine Arbeitnehmersparzulage erhalte?

Bei Investmentfonds und Bausparverträgen gibt es die Arbeitnehmersparzulage, wenn das zu versteuernde Einkommen bei Alleinstehenden unterhalb einer bestimmten Grenze bleibt. Diese liegt im ersten Fall bei 20.000 Euro, im zweiten Fall bei 17.900 Euro.

Bei Verheirateten gelten die doppelten Beträge. Die weiteren VL-Anlagemöglichkeiten Banksparplan, Betriebliche Altersvorsorge und Lebensversicherung eignen sich besonders für diejenigen, die aufgrund eines höheren Einkommens sowieso keine Arbeitnehmersparzulage bekommen. Denn die gibt es bei diesen Produkten erst gar nicht.

Wer sich also nicht nach den Kriterien Arbeitnehmersparzulage und Wohnungsbauprämie richten muss oder will, sollte sich an der Rendite der Anlagemöglichkeit und seinem persönlichen Sicherheitsbedürfnis orientieren. Die Vor- und Nachteile sind abhängig von der jeweiligen Anlageart.

Da sich der Zins der Banksparpläne zum Beispiel oft an der aktuellen Marktlage orientiert, weiß man nicht wirklich, wie viel man am Ende herausbekommt. Eine betriebliche Altersvorsorge wird, anders als die anderen VL-Sparmöglichkeiten, nicht nach sechs bis sieben Jahren ausbezahlt, sondern erst mit Erreichen des Rentenalters.

Wie kann ich vermögenswirksame Leistungen investieren, wenn ich keine Arbeitnehmersparzulage erhalte?



Wie erhalte ich eine Bescheinigung über vermögenswirksame Leistungen?

Im Normalfall erhalten Sie von Ihrem Anbieter jedes Jahr eine Mitteilung über ihre vermögenswirksamen Leistungen automatisch zugesandt. Darin sind alle erforderlichen Angaben Ihres Vertrages enthalten. 

Eine "Anlage VL" in Papierform wird nicht mehr ausgestellt (BMF-Schreiben vom 16.12.2016). Der Arbeitnehmer muss der elektronischen Vermögensbildungsbescheinigung zustimmen und seine Steuer-Identifikationsnummer mitteilen.

Wie erhalte ich eine Bescheinigung über vermögenswirksame Leistungen?

Feldhilfen

Anlageinstitut

Geben Sie hier an, bei welchem Institut Sie Ihre vermögenswirksamen Leistungen angelegt haben.

Sie können maximal 9 verschiedene Verträge über vermögenswirksame Leistungen erfassen.

Vermögenswirksame Leistungen, die seit dem Jahr 2017 eingezahlt wurden, werden vom Anbieter elektronisch an die Finanzverwaltung gemeldet. Für das Jahr 2018 werden Sie also keine "Anlage VL" in Papierform mehr bekommen.

Ihre Angaben hier sind nur notwendig, wenn SteuerGo prüfen soll, ob Sie Anspruch auf die Arbeitnehmersparzulage haben.