Abgabefristen für die Steuererklärung

Abgabefristen für die Steuererklärung
Abgabefristen für die Steuererklärung

⏰ Letzte Chance für deine Steuererklärung 2022

Du kannst deine Steuererklärung 2022 freiwillig noch bis zum 31. Dezember 2026 abgeben. Wichtig: Sie muss bis zu diesem Tag beim Finanzamt eingegangen sein. Danach ist das Geld für 2022 verloren.

Im Durchschnitt gibt es über 1.000 Euro zurück. Jetzt Steuererklärung 2022 starten

Steuererklärung: Wer muss pünktlich abgeben?

Als Arbeitnehmer bist du zur Abgabe verpflichtet, wenn du im letzten Jahr:

  • gleichzeitig bei mehreren Arbeitgebern beschäftigt warst.
  • weitere, unversteuerte Einkünfte über 410 Euro hattest, etwa Honorare, Renten oder Mieten.
  • einen Freibetrag auf deiner Lohnsteuerkarte eingetragen hattest.
  • mit deinem berufstätigen Ehepartner zusammenveranlagt warst und einer von euch nach Steuerklasse V oder VI besteuert wurde oder wenn ihr beide mit der Steuerklassenkombination IV/IV das Faktorverfahren gewählt habt.
  • Lohnersatzleistungen bezogen hast, die dem Progressionsvorbehalt unterliegen, zum Beispiel Elterngeld, Kurzarbeitergeld oder Arbeitslosengeld.

Selbstständige, Vermieter und Rentner müssen übrigens immer dann eine Steuererklärung machen, wenn ihr Einkommen den Grundfreibetrag von 12.096 Euro 2025 für Ledige (2024: 11.784 Euro) bzw. 24.192 Euro für Verheiratete (2024: 23.568 Euro) übersteigt.

Detaillierte Informationen, wer eine Steuererklärung erstellen muss, findest du in unserem Artikel Abgabepflicht für die Steuererklärung.

Steuerzahler sollten sich dieses Jahr Freitag, den 31. Juli 2026 dick ankreuzen.

Steuerbürger, die die Hilfe eines Steuerberaters in Anspruch nehmen, bekommen ebenfalls mehr Zeit. Für sie verlängert sich die Frist für das Steuerjahr 2025 auf den 30.04.2027. Bis zu diesem Datum muss ihr Steuerberater die Steuererklärungen für das Jahr 2025 spätestens beim Finanzamt abgeben. Die Termine für die Steuerjahre 2026 und 2027 entnimm bitte der untenstehenden Tabelle.

Abgabefristen für die Steuererklärung

Wenn du deine Steuererklärung… … freiwillig abgibst: … abgeben musst
(mit Steuerberater)
Für das Steuerjahr 2022 31.12.2026 Wegen Corona geänderte Abgabefristen:
02.10.2023
(31.07.2024)
Für das Steuerjahr 2023 31.12.2027 Wegen Corona geänderte Abgabefristen:
02.09.2024
(31.07.2025)
Für das Steuerjahr 2024 31.12.2028 31.07.2025
(31.05.2026)
Für das Steuerjahr 2025 31.12.2029 31.07.2026
(30.04.2027)
Für das Steuerjahr 2026 31.12.2030 31.07.2027
(28.02.2028)
Für das Steuerjahr 2027 31.12.2031 31.07.2028
(28.02.2029)
Für das Steuerjahr 2028 31.12.2032 31.07.2029
(28.02.2030)

Tipp

Fällt das Ende der Festsetzungsfrist auf einen Sonntag, einen gesetzlichen Feiertag oder einen Sonnabend, endet sie erst mit dem Ablauf des nächstfolgenden Werktags. (BFH-Urteil vom 20.1.2016, VI R 14/15)

Abgabefrist verpasst? Irgendwann kommt die Mahnung!

Lässt du nichts von dir hören, wird dir das Finanzamt früher oder später eine Mahnung schicken und dir eine Frist setzen. Diesen Termin solltest du ernst nehmen, sonst kann ein Zwangsentgelt festgesetzt werden, außerdem droht ein happiger Versäumniszuschlag. Besser also, du meldest dich rechtzeitig.

Achtung:

Die Finanzverwaltung hat die Möglichkeit der sogenannten Vorweganforderung. Du musst also ggf. damit rechnen, deine Steuererklärung auch vor den genannten Terminen abgeben zu müssen. Auf jeden Fall drohen bei verspäteten Abgaben hohe Verspätungszuschläge. Deren Festsetzung liegt dann übrigens nicht mehr im Ermessen des Finanzbeamten, sondern sind obligatorisch.

Fristverlängerung beantragen

Kannst du jedoch absehen, dass deine Steuererklärung auch in den nächsten Wochen nicht fertig wird, bemüh dich besser heute als morgen um eine Fristverlängerung. Diesen Antrag sollte man eigentlich schon vor Fristende einreichen und man hat auch keinen Anspruch darauf, dass das Finanzamt ihm stattgibt.

Beantrage am besten eine stillschweigende Fristverlängerung, wenn du dann nichts mehr hörst, ist dein Antrag genehmigt. Wichtig ist, dass du Gründe für dein Anliegen nennst. Dazu zählen beispielsweise ein Umzug, eine Dienstreise, Krankheiten oder fehlende Unterlagen. Akzeptiert das Finanzamt die Verlängerung, hast du mehr Zeit, um deine Steuererklärung zu erledigen. Der Zeitraum für eine Fristverlängerung variiert je nach den Umständen und dem Zeitpunkt der ursprünglichen Frist.

Nutze einfach unseren Musterbrief für den „Antrag auf Fristverlängerung“!

Steuerberater sorgt für Fristverlängerung

Wenn du einen Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein beauftragt hast, bist du fein raus. Dann verlängern sich die Abgabefristen für die Steuererklärung 2025 automatisch auf den 30. April 2027, sofern das Finanzamt nicht ausdrücklich eine frühere Abgabe verlangt. Der Grund für den späteren Termin ist simpel: Den Steuerexperten ist es nicht zuzumuten, die ganze Arbeit in den ersten fünf Monaten des Jahres zu erledigen.

Machst du die Steuererklärung für 2025 hingegen selbst, musst du diese bis spätestens 31. Juli 2026 beim zuständigen Finanzamt eingereicht haben. Dieser Termin gilt auch, wenn du dir von Familienmitgliedern helfen lässt oder ein Steuerprogramm nutzt.

Hast du die neue Abgabefrist versäumt, dürfte das noch kein größeres Problem sein. In den ersten Tagen und Wochen haben die Finanzbeamten ohnehin alle Hände voll zu tun, um die bereits eingelaufenen Erklärungen zu bearbeiten. Hinzukommt, dass auch die Finanzämter in den Sommermonaten aufgrund der Ferienzeit ebenfalls eher dünn besetzt sind.

Wie sich die neue Abgabefrist in der Hauptferienzeit auf die Bearbeitungsdauer auswirkt, wird sich ebenfalls noch zeigen. Die Abgabefristen der säumigen Steuerzahler werden daher sicherlich erst einmal kulanterweise nicht geprüft. Wenn du deine Formulare jetzt schnell nachreichst, wirst du wohl keine Probleme bekommen.

Verspätungszuschlag: Seit 2020 wird es teuer!

In § 152 AO wird geregelt, wann das Finanzamt einen Verspätungszuschlag zwingend erheben muss. Der Sachbearbeiter hat dabei keinen Entscheidungsspielraum mehr, wie dies bisher der Fall war.

Der neue Mindestverspätungszuschlag beträgt 25,00 Euro für jeden angefangenen Verspätungsmonat. Ist ein Steuerzahler zur Abgabe verpflichtet, kann der Verspätungszuschlag erstmals 14 Monate nach dem Pflichtabgabetermin erhoben werden. Der Zuschlag wird dann automatisch festgesetzt, wenn die Steuererklärung nicht innerhalb von 14 Monaten nach Ablauf des Steuerjahres eingereicht wird. Hierbei wird auf die Frist für die Abgabe der Steuererklärung unter Hinzuziehung eines Steuerberaters abgestellt.

 

Beispiel: Herr Maier und seine Frau müssen eine Steuererklärung für 2025 (Abgabetermin: 31.07.2026) abgeben. Wie jedes Jahr ist das Ehepaar spät dran und reicht die Unterlagen erst im Februar 2027 bei ihrem Finanzamt ein. Es wird kein Verspätungszuschlag erhoben. Erfolgt die Abgabe der Steuererklärung allerdings noch später, erhebt das Finanzamt automatisch den Verspätungszuschlag.

Verspätungszuschläge sind fällig, wenn man nicht binnen 14 Monaten nach Ablauf des Besteuerungsjahres seine Steuererklärung abgegeben hat. Für das Jahr 2025 gilt: 14 Monate nach dem 31.12.2025 ist der 28.02.2027, d.h ab März 2027 muss man Verspätungszuschläge zahlen.

Wer freiwillig abgibt, hat länger Zeit

Wenn du zu denjenigen gehörst, die nicht zur Abgabe der Steuererklärung verpflichtet sind, muss dich das alles gar nicht interessieren und du musst die Abgabefristen nicht beachten. Der Fiskus erwartet kein Geld von dir, sondern muss wahrscheinlich welches zurückzahlen.

Gerade deshalb tust du aber gut daran, die Einkommensteuererklärung nicht auf die lange Bank zu schieben. Von Rechts wegen hättest du lange genug Zeit: Bei freiwilliger Veranlagung bleiben grundsätzlich vier Jahre Zeit, eine Steuererklärung abzugeben. Das ist die normale Festsetzungsfrist nach § 169 Abs. 2 S. 1 Nr. 2 der Abgabenordnung (AO).

Deine Steuererklärung für 2022 müsste also bis zum 31. Dezember 2026 beim Finanzamt eingegangen sein, sonst ist die ganze Arbeit für die Katz. Für die Steuererklärung für 2022 gilt dementsprechend der 31. Dezember 2027, 24 Uhr.

 


Hinweis:

Dieser Artikel wird regelmäßig aktualisiert und an die aktuelle Gesetzeslage angepasst.